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Nockenwellenversteller Passat 1,8 20V ADR '99

Hier findest du Fragen und Antworten zu VW und dessen Technik

Moderatoren: mondale82, phoenixx4000

Forumsregeln

Diese Rubrik soll hilfesuchenden wertvolle Tips zu verschiedenen Problemfällen geben. Von Usern geschriebene Reparaturanleitungen gelten lediglich als eine solche Hilfestellung. Jeder der nach einer solchen Anleitung arbeitet, handelt auf eigene Gefahr. Für Schäden welche sich aus einer Reparaturanleitung ergeben wird keine Haftung übernommen.

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Es war mal wieder so weit.
Der kleine meldete sich mal wieder mit einem wehwehchen zu Wort.
Nachdem er über Tage mal wieder sein revier markiert hatte kam nun auch noch ein erbärmliches Kettenrassel hinzu.

Lange Rede kurzer Unsinn. Telefon geschnappt, beim kfz-teileonkel.de angerufen und die entsprechenden Ersatzteile geordert.


1.) Motoröl 10W40
2.) Ölfilter
3.) Ventildeckeldichtungssatz
4.) Steuerkette
5.) Nockenwellenversteller
6.) Dichtungssatz für Nockenwellenversteller.
7.) Optional Wellendichtringe für die Nockenwellen!

zu empfehlen wäre noch DIRKO-HT für die Ecken der Ventildeckeldichtung.

Zu den beötigten Werkzeugen gehören

0.) Ein gutgelaunter Helfer (mondale82 ;-) )

1.) kleine Knarre
2.) grosse Knarre
3.) 24er Nuss
4.) 10er Nuss
5.) 5er / 7er Inbus
6.) 17er Maulschlüssel
7.) Drehmomentschlüssel
8.) Wasserpumpenzange (mit gummierten Griffen)
9.) VW Spezialwerkzeug (Halter für Nockenwellenversteller) VW Werkzeugnummer 3366
10.) VW Spezialwerkzeug Fixiervorrichtung für Nockenwellen
11.) Schraubendreher Schlitz/Kreuzschlitz.
12.) Langer Schweissdraht oder sehr langer Schraubendreher
13.) Zündkerzen Steckschlüsseleinsatz 16mm
14.) T30 Torx
15.) Kabelbinder
16.) Spiegel und Magnet sind immer hilfreich

Datenblatt zur Einstellung der Nockenwellen usw. am Ende dieses Beitrags.

Wichtig !!
Diese Informationen haben keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.
Wer nach diesen Informationen handelt, tut dies auf eigene Gefahr.

- Zuerst einmal musste wie immer die Plastikverkleidung (Obere Motorabdeckung und Obere Zahnriemenabdeckung) entfernt werden.
- Dann das Verbindungsrohr zwischen LMM und Drosselklappe entfernen. Stecker beachten!
- Zündspulenanlage lösen und entfernen.
- Zündkerzen entfernen.
- den langen Draht durch die Öffnung der Zündkerze in den Ersten Zylinder stecken so dass er auf dem Kolben zu stehen kommt.
- Mit Hilfe des 17er Schlüssels die Spannvorrichtung des Rippenriemens vorsichtig unterstützen und mit der Knarre und der 24er Nuss an der Mutter der Riemenscheibe der Lichtmaschine angesetzt, den Motor im Uhrzeigersinn auf OT stellen. An der Kurbelwelle und an der Auslassnockenwelle befinden sich Markierungen, welche mit denen am Motorgehäuse übereinstimmen mussen. Gegebenenfalls muss der Motor 2x durchgedreht werden damit alle Markierungen übereinstimmen. Mit dem Draht kann man optisch den OT bestätigen, da er sich beim Durchdrehen des Motors hebt und senkt. Es ist zu vermeiden den Motor links herum zu drehen.

- Wenn der Motor auf OT steht die Zündkerzen wieder ein wenig einschrauben, damit kein Dreck oder Kleinteile in die Zylinder fallen kann.
- Ventildeckel abschrauben und alte Dichtungen entfernen. (austretende Ölrückstände sofort aufnehmen, landen sonst auf dem Abgaskrümmer)
- Den Halter für den Nockenwellenversteller in den alten Versteller einschrauben. (Wenn man keinen zweiten hat kann man den aus dem neuen Versteller verwenden. hier sollte man auf jeden fall die gleitbacken mit einem Gummiring gegeneinander fixieren [gegen auseinanderspringen sichern] und zuvor den Gewindegang markieren an dem man den Halter abgebaut hat.)

- Mit den Kabelbindern den Zahnriemen auf dem Nockenwellenrad fixieren.
- Das Nockenwellenrad lösen: Dazu die Fixiervorrichtung für die Nockenwellen verwenden. (Wer die nicht hat kann hilfsweise den gummierten Griff der Wasserpumpenzange zwischen Zylinderkopfgehäuse und Nocke halten und die Befestigung des Nockenwellenrades mit Nuss und Knarre lösen.) Beim Abnehmen des Nockenwellenrades den Zahnriemenspanner mit einem Imbus vorsichtig entlasten. Unbedingt darauf achten, das der Zahnriemen immer irgendwie auf ein wenig Spannung bleibt und so nicht verrutscht oder sich sinst irgendwie löst, sonst kommen die Arbeiten für den Zahnriemenwechsel noch hinzu!!

- Das Gehäuse für den Hallgeber der Einlassnockenwelle an der Stirnseite des Zylinderkopfs abschrauben und bei seite legen.
- vor dem Lösen der Nockenwellen die Einbaulage dieser an den Markierungen konntrollieren. Auf der Seite der Ritzel befinden sich am Lagerbock 6 jeweils ein Pfeil, welcher auf ein "Kästchen" vor dem Ritzel der Nockenwelle zeigt. Von der Einlass zur Auslassnockenwelle kann man, wenn beide Kästchen mit den Pfeilen übereinstimmen 16 Rollen der Steuerkette zählen.

- Jetzt die Nockenwellen losschrauben. Zuerst den 1. und 6. Haltebock. Danach 3. und 5. und zuletzt 4. und 2. Im Idealfall heben sich die Nockenwellen dabei leicht an. Unbedingt darauf achten nicht mit dem Torx Einsatz abzurutschen. Diese Schrauben werden schnell rund. Beim abnehmen der Lagerböcke diese unbedingt in der Reihenfolge und Richtung zur Seite legen in der man sie ausgebaut hat. Ein Verkanten der Nockenwellen vermeiden.

- Den alten Nockenwellenversteller losschrauben. (4 Torx)
- jetzt kann man den Nockenwellenversteller samt Wellen nach oben herausnehmen. Dabei wird etwas öl austreten, also Lappen bereithalten.
Jetzt werden die Meisten feststellen, das Ihr Dichtungssatz für den Nockenwellenversteller hinüber ist. Also alte Dichtungen entfernen und die gesamte Aluminiumfläche ordentlich reinigen.
(Bremsenreiger geht ganz gut, ist aber sehr unvorteilhaft für das Öl. Aber da wir das ja eh wechseln wollen ist das grad egal).

- Nachdem wir alle Flächen ordentlich vom Dreck und Ölrückständen befreit haben bringen wir den Dichtungssatz für den Nockenwellenversteller auf. (Gummi-Halbmond und Blechdichtung.)
- Den alten Nockenwellenversteller und die Steuerkette von den Nockenwellen abnehmen (leicht gegeneinander verschränken um die Teile besser auseinander zu bekommen) Wenn der Versteller zu stramm sitzt einfach den halter etwas weiter einschrauben und Ihn so etwas weiter entspannen.

- Nun den Halter wieder in den Neuen Versteller bis zur Markierung des Gewindegangs einschrauben (Nicht weiter, da man den Neuen Versteller sonst beschädigen könnte.
- Die Mimik in umgekehrt einfacher Reihenfolge wieder montieren und auf die Einbaulage der Wellen und die Reihenfolge der Lagerböcke achten.
- Unbedingt die Anzahl der Rollen an der Steuerkette durchzählen, wenn die Wellen fixiert sind. Beim Anziehen der Nockenwellen einen Drehmomentschlüssel verwenden. Die Schrauben der Nockenwellen-Lagerdeckel und die des Ventildeckels werden mit jeweils 10Nm angezogen.

Wenn die Einlasswelle um einen Zahn nach rechts verschoben ist hat man einen extrem unrunden Lauf und hört ein unangenehmes "RRrrrrrrrrr" und man kann das ganze spielchen noch einmal machen.
Beim Montieren des Wellenrades darauf achten, das die Kurbelwelle noch auf OT steht.
Die Spannvorrichtung des Zahnriemens wieder etwas entlasten (7er Inbus) und das Wellenrad wieder passgenau aufschieben (Spiegel hilft sehr) und festschrauben.

Jetzt den Rest bis auf den Ventildeckel in umgekehrter Reihenfolge der Demontage wieder montieren.

UNBEDINGT den Motor nach erfolgtem Zusammenbau der Motorsteuerung, per HAND, zwei Umdrehungen der Kurbelwelle drehen um zu überprüfen ob die Steuerzeiten stimmen.

Die Markierungen der Zahnräder, der Kurbelwellenriemenscheibe und des Nockenwellenrades müssen nun wieder fluchten. Wenn alles passt den Ventildeckel mit neuer Dichtung und Dichtmasse (in den Ecken) aufsetzen und montieren.

Ölwechsel und Filterwechsel nicht vergessen, da das Öl durch den Bremsenreiniger (falls verwendet) wahrscheinlich beeinträchtigt wurde.
Nun noch einmal alles kontrollieren, z.B. Stecker oder ob alles montiert ist.
Beim ersten Start kann es zu einer leichten Geräuschentwicklung kommen, da der Nockenwellenversteller / Kettenspanner noch kein Öl enthält.

Wenn alles geklappt hat Motor starten und glücklich sein. Ggf Fehlerspeicher noch auslesen und löschen, dann nochmals überprüfen.
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Zuletzt geändert von mondale82 am Sa 2. Mär 2013, 22:19, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Drehmomentwerte hinzugefügt
“Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Albert Einstein

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Informative Reparaturanleitung hat mir sehr geholfen.

Leider habe ich einen AGN Motor.

Aber einige Punkte verstehe ich nicht:

Wie sind die Halteblöcke durchnummeriert? Zuerst den 1. und 6. Haltebock. Danach 3. und 5. und zuletzt 4. und 2

Werden die Halteblöcke nur mit 10 Nm angezogen?

Zur Vermeidung von Motorschäden ist nach Einbau der Nockenwellen 30 Minuten zu warten, bevor der Motor gestartet wird.

Diesen Satz versehe ich nicht , soll sich was setzen, ein Temperaturausgleich stattfinden oder soll man alles mit reichlich Öl einölen?

Gruß Michael

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Hallo Hobbyschrauber,

Leider habe ich einen AGN Motor.


Die PDF für den ADR-Motor ist auch auf den AGN-Motor anwendbar. Soeben verglichen.

Wie sind die Halteblöcke durchnummeriert? Zuerst den 1. und 6. Haltebock. Danach 3. und 5. und zuletzt 4. und 2


Die Halteblöcke sind durchnummeriert (Gravur auf den Deckeln).
phoenixx4000 wollte damit die Reihenfolge zum Lösen der Lagerdeckel bestimmen damit die Nockenwellen ohne verkanten oder unnötiges belasten demontiert werden können.

Werden die Halteblöcke nur mit 10 Nm angezogen?


Ja auch beim AGN Motor beträgt das Anzugsdrehmoment laut Herstellerangabe 10Nm

Zur Vermeidung von Motorschäden ist nach Einbau der Nockenwellen 30 Minuten zu warten, bevor der Motor gestartet wird.

Diesen Satz versehe ich nicht , soll sich was setzen, ein Temperaturausgleich stattfinden oder soll man alles mit reichlich Öl einölen?


Warum diese Angabe in den Herstellerinformationen steht kann ich nicht genau sagen.
Das man aber die Lagerflächen der Nockenwellen mit Öl bedeckt bevor man die Lagerdeckel einbaut versteht sich beinahe von selbst.

Sollte ich weiterhin behilflich sein können, freue ich mich auf weitere Fragen. :)
Beste Grüße, Ingo - Admin

Spezialisiert auf Sprinter 906 - Ersatzteile und Technik


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